Ruhrtriennale hat begonnen
Die Idee, ein Festival der Künste an die Industriekultur im Ruhrgebiet zu koppeln, hatte seinerzeit einen Nerv getroffen: Gerard Mortier als Mitbegründer und erstem Intendanten war es mit seinem hochkarätigen Programm auf Anhieb gelungen, die Ruhrtriennale 2002–2004 als eines der herausragenden europäischen Festivals zu etablieren. Ein Trend, der sich in den folgenden Jahren fortsetzte. Unter der Intendanz von Willy Decker erforscht die Ruhrtriennale 2009–2011 das Spannungsfeld zwischen Kunst, Kreativität und Religion. 2009 richtete sich ihr Blick auf den jüdischen Kulturkreis, in diesem Jahr auf die islamische und schließlich 2011 auf die buddhistische Kultur.

- Jahrhunderthalle Bochum © Annette Jonak, Anne Lochmann
Schauplätze der Ruhrtriennale sind die einzigartigen Industriedenkmäler des Ruhrgebiets – unter anderem die Zeche Zollverein in Essen, der Landschaftspark Duisburg-Nord, die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck oder die Jahrhunderthalle Bochum –, die in spektakuläre Aufführungsorte für Musik, Theater, Literatur und Tanz verwandelt werden. Mit ihrer Struktur charakteristischer Spielstätten etabliert die Triennale einen unvergleichlichen Kulturstandort mitten in Europa – und schlägt eine einzigartige Brücke zwischen Industrie und Kultur. Die Triennale ist damit ein bedeutender, weltweiter Botschafter für das Revier. Die New York Times sprach beispielsweise von einem „weltweit einmaligen Laboratorium für neue künstlerische Entwicklungen“.

- © Michael Kneffel
130 Vorstellungen von insgesamt 37 Produktionen
Während der zweiten Spielzeit unter der Intendanz von Willy Decker zeigt das Festival vom 20. August bis 10. Oktober rund 130 Vorstellungen von insgesamt 37 Produktionen in Bochum, Duisburg, Essen, Gladbeck und Mülheim an der Ruhr.
Der Fokus ist in dieser Spielzeit auf den islamischen Kulturkreis gerichtet. Unter der Überschrift „Wanderung – Suche nach dem Weg“ beschreibt das Programm der Ruhrtriennale 2010 einen Weg von den Wurzeln uralter islamischer Mystik, Mythen und Kultur hin zu aktuellen Themen in der Auseinandersetzung mit diesem uns einerseits vertrauten und dennoch oft so fremden Denken.
Internationale Künstler aus verschiedenen Kulturkreisen machen sich in diesem Jahr für die Ruhrtriennale auf den Weg und forschen nach den Gemeinsamkeiten und fruchtbaren Unterschieden der verschiedenen kulturellen Hintergründe.
Neben nationalen und internationalen Gastspielen, Lesungen, Symposien, Konzerten und einem kleinen Filmfestival setzt die Triennale ganz auf eigene Kreationen und Uraufführungen.
Ruhrtriennale 2010 vom 20. August bis 10. Oktober
www.ruhrtriennale.de



